zensurprovider.de: Welcher Provider zensiert?

Geschrieben von ChackZz am 17 - April - 2009

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Mit dem heutigen Tag beginnt eine Art neue Zeitrechnung im Internet. Auf freiwilliger Basis werden fünf der großen deutschen Webprovider den Zugriff auf kinderpornographische Seiten sperren. Das BKA liefert den Anbietern dazu sog. “schwarze Listen”. Versucht ein Internetnutzer auf eine Seite zuzugreifen, die auf dieser Liste steht, soll eine Stopp-Seite eingeblendet werden. Einige mögen darin einen guten und notwendigen Schritt sehen, andere sagen ganz klar, dass es ein erheblicher Eingriff in Informationsfreiheit darstellt. Der freiwilligen Sperrung soll ein Gesetz folgen, welches den Providern nicht nur überhaupt ermöglicht, zu sperren, sondern sie sogar dazu zwingt. Die Gefahr ist sicher groß, schließlich forderten einige Politiker bereits politisch motivierte Webseiten und sog. “Gewaltseiten” ebenfalls in die schwarzen Listen auzunehmen. Spätestens dann sollte das Wort “Zensur” zutreffend sein. Um dem entgegenzuwirken, fand heute Vormittag eine Mahnwache in Berlin statt.

Auf der Seite zensurprovider.de kann nun jeder selbst überprüfen, ob der eigene Provider freiwillig sperrt oder daran denkt zu sperren und eventuell Konsequenzen ziehen. Mein Anbieter EWE-Tel wird sich übrigens erst bei einem entsprechenden Gesetz anschließen.

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4 Rückmeldungen to “zensurprovider.de: Welcher Provider zensiert?”

  1. Christoph sagt:

    Meine Frage ist da generell die, ob “nur” Stop-Seiten eingeblendet werden, oder ob auch gleich IP-Adresse ans BKA gesendet werden.
    Generell finde ich ein Verbot für den Zugriff auf kinderpornographische Seiten natürlich nahezu zwingend, interessant wäre natürlich zu wissen, welche “Experten” mal wieder die “schwarzen Listen” erstellt haben.

    Zum Thema “Politiker wollen Gewaltseiten sprerren”:
    Dann sollte man zunächst einmal die Seite http://www.csu.de sperren… soviel seelische Gewalt und Inkompetenz wie hier z.T. geboten wird, sollte jeder Provider auf freiwilliger Basis eliminieren.

  2. ChackZz sagt:

    Die IP wird meines Wissens nicht direkt an die Behörden gesendet. Halte ich auch für gefährlich, schließlich kann man eventuell auch als “Unschuldiger” durch einen falschen Mausklick auf einer gesperrten Seite landen. Wenn dann gleich Post von den Behörden im Briefkasten ist, ist das sicher keine schöne Situation.
    Generell bin ich natürlich auch dafür Kinderpornographie zu bekämpfen, ob man statt zu zensieren aber nicht lieber direkt verstärkt gegen die Server direkt (und deren Betreiber/Kunden) etwas unternimmt, bleibt aber fraglich. Schließlich befinden sich Server auch teilweise mitten in Deutschland.
    Was mir Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass es der erste Schritt zu einer Zensur im Internet ist, die Gefahr das solche schwarzen Listen auch für andere Bereiche erstellt und letztlich auch genutzt werden, ist doch gegeben.

  3. [...] die Theorie. Die Praxis sieht in zwischen leider anders aus. Freiwillig können Provider Zugriffe auf kinderpornographische [...]

  4. [...] Feed, um immer auf dem Laufenden zu sein. Danke für den Besuch! Seit dem 17. April 2009 zensieren einige deutsche Internetprovider das World Wide Web, da es angeblich wirksam gegen Kinderpornographie sei. Noch passiert das Ganze [...]

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